Zurück an die Ostsee

Der letzte Tag bot nicht so viele Highlights wie die anderen Tage, da wir uns ja nun, da wir diese Zeilen schreiben auf dem Heimweg befinden.  Und da das Fazit für die gesamte Woche Israel bereits formuliert worden ist, nehmen wir es uns heraus noch einen Nachtrag für den gestrigen Tag vorzunehmen.

Nach unserem Konzert in der Church of Redeemer (Erlöserkirche) machten wir uns bald auf den Weg zum Bus. Dabei wurden wir vom Regen durch die engen Gassen des längst geschlossenen Basars getrieben. Wir erreichten die Tiefgarage durchnässt, kalt und erschöpft. Aus dem Nichts heraus begannen wir Jungs die Israelischen Kanons lupenrein zu intonieren. Die Mädels stimmten begeistert mit ein und wir sangen  herzerweichend und wunderschön in der wunderbaren Akustik der Garage. Ein Lied nach dem anderen wurde angestimmt und die eben noch  durch den Regen und Kälte gedrückte Stimmung steigerte sich rasant. Dieser schöne Moment erfüllte die gesamte Garage und später den Bus mit einem wohligen Gemeinschaftsgefühl und guter Laune.

Unser letzter Tag der vermutlich lang nachhallenden Reise war  gekennzeichnet vom Abschiednehmen: Die erste Verabschiedung betraf unseren wunderbaren Oberkellner Johannes oder John, wie wir ihn auch gerne nannten. Er bestätigte die warmen Dankesworte unseres Chorleiters ebenso liebevoll. Am Anfang dachte er nämlich, dass er mit dieser großen Gruppe von jungen Leuten so einige Kopfschmerzen haben würde. Nun sei das Gegenteil eingetreten und wir würden als Freunde für immer in seinem Herzen bleiben. Zum gefühlt 17. Mal sangen wir auch für ihn die Jahreslosung von Kurt Hessenberg, ein Stück, das auch uns für immer im  Herzen bleiben wird… Dann fuhren wir das letzte Mal in die heilige Stadt Jerusalem, zum Gottesdienst. Hier erfüllten wir die Erlöserkirche zum zweiten Mal mit unserem engelhaften Gesang. Zum letzten Mal erklang der Pilgerpsalm, der vom Komponisten G.M. Göttsche selbst begleitet wurde. Der Abschied von Herrn Göttsche, gerade mit seinem Werk, führte uns noch einmal deutlich vor Augen, dass wir uns in diesem hoch interessanten Land auf einer Pilgerreise befanden. Nach dem Gottesdienst hatten wir dann kurz Zeit, uns mit leckerem Kuchen einzudecken und uns von unserem geliebten Basar zu verabschieden, der uns viele persönlich Erfahrungen, gerade im Feilschen mit Händlern, verschafft hatte. Ein letztes Mal hieß es, vorbei am Jaffator in die Tiefgarage in den Bus zu steigen, um Kurs auf den Flughafen Tel Aviv zu nehmen. Wir sind uns nicht sicher, ob unser Busfahrer Mohammad ausreichend  in einem der vorherigen Tagesberichte gewürdigt wurde. Aber gern wollen wir betonen, dass es einen so unkomplizierten, freundlichen und professionellen Busfahrer, den wir sehr liebgewonnen haben, recht selten gibt. Das bemerkten wir sofort, als wir unseren deutschen Busfahrer in Berlin trafen. Der Unterschied war wirklich sehr deutlich…

Vorher hatten wir uns allerdings in Geduld zu üben, denn sowohl die Passkontrolle in Israel, als auch das Einchecken und die Verspätung des Flugzeuges in Israel kosteten uns viel Kraft und Ausdauer. Als wir nach langen vier Stunden Flug auch noch 1,5 Stunden auf das Gepäck warten mussten und die Uhr schon auf 23.30 Uhr zuging, war jedem die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. Aber wie es schon im Fazit unserer Vorschreiber anklang: Wir haben so viel erlebt, gesehen, aufgesogen und genossen, dass diese vielen Eindrücke erst einmal durch einen mindestens einwöchigen Schlaf verarbeitet werden müssten. Der Geist der Erschlaffung war wirklich über jeden von uns gekommen.

Kurz vor Rostock wurde zum vorletzten Abschied gerufen. Allen war klar, dass diese Reise ohne die vielfältigen, interessanten aber auch witzigen Erläuterungen von Herrn Rösel nicht so wirkungsvoll gewesen wäre. Wir alle sind voll des Dankes an Herrn Rösel und seine Frau, dass sie uns Israel so nahe gebracht haben.  Als wir in Rostock am ZOB ankamen, ging es dann ganz schnell. Viele kurze Umarmungen zur letzten Verabschiedung fanden statt. Alle wollten nur noch schnell ins eigene Bett – endlich nach Hause.

Bis spätestens zur 41. Singwanderung, wenn  es heißt: I bims 1Gabi und 1Pawel LOL.