Das andere Israel

Durch unsere bisherigen Tagesausflüge hatten wir ja bereits sehr unterschiedliche Eindrücke von Israel und Palästina bekommen, doch heute zeigte sich das Heilige Land noch einmal von einer ganz anderen Seite.

Nachdem wir uns zunehmend müder zum Frühstück mit Falafel und Knoblauchdip versammelt und „Vom Aufgang der Sonne“ gesungen hatten, starteten wir mit dem Bus bei diesigem Wetter  in Richtung der Ausgrabungen in Cesarea. Als wir die Küstenebene erreicht hatten, entdeckten wir bald die hochmodernen Bauwerke Tel Avivs, die uns in ihrer Gegensätzlichkeit zu den Bauten des alten Jerusalems schwer beeindruckten  und uns einmal mehr zeigten, wie vielfältig und unterschiedlich Israel ist. In Cesarea Maritima besichtigten wir nun die antike Kreuzfahrerburg, die fast 1000 Jahre älter ist als die Bauwerke Tel Avivs und Netanyas. Durch eine ausgeklügelte und verwinkelte Bauweise der Kreuzfahrerburg hatten die Angreifer kaum Chancen, die Festung zu erobern. Nach dem Besichtigen der Trümmer machten wir eine Pause am Mittelmeer, sammelten Muscheln und liefen barfuß durch das warme Wasser. Schließlich sangen wir „Hevenu Shalom“ im großen Amphitheater, was viele der anderen Touristen erfreute und spontanen Applaus provozierte.

Weiter ging es durch die saftig grünen und sanften Hügel Galiläas, bis wir die Stadt Nazareth erreichten. Nachdem wir gestern zum ersten Mal die sehr schlichte Erlöserkirche besucht hatten, bot sich uns heute ein komplett anderes Bild in der Verkündigungskirche von Nazareth. Dies ist eine katholische Weltkirche, welche ganz verschiedene Darstellungen Marias aus unterschiedlichen Ländern der Erde  ausstellte. Unser Nazarener Busfahrer Mohammad organisierte für uns einen Imbiss im Zentrum Nazareths.

Zurück im Bus fuhren wir Richtung See Genezareth, um dort den berühmten Berg der Seligpreisungen zu besichtigen und die achteckige Kirche mit Klang zu füllen. Ein sehr berührender Moment war für uns das Beten des Vater Unsers unter den Palmen in der Sonne, nachdem Herr Langer die Seligpreisungen vorgelesen hatte. Als wir durch die grüne Landschaft hinunter zum See Genezareth nach Tabgha wanderten, fühlten sich einige an die Singwanderung erinnnert. Ein Bild, das bisher die wenigsten von uns gesehen haben dürften, waren die Bananenplantagen entlang des Weges, welche auf unserer Chorwanderung natürlich seltener zu entdecken sind.

Der Besuch  der Brotvermehrungskirche in Tabgha war nun die letzte Station unseres bisher längsten Tages. Hier konnten wir auch das berühmte Mosaik von Brot und Fisch bestaunen, nachdem wir dieses Motiv bereits in Reiseführern und auf Postkarten gesehen hatten.

Mit Einbruch der Dunkelheit fuhr uns Mohammad durch den Jordangraben glücklicherweise sicher zurück zu Abrahams Herberge.

Von Pauline, Pia und Rasmus