Von der Gegenwart in die Vergangenheit

Nach einer Nacht des erholsamen Tiefschlafs wurden wir 6:15 Uhr aus den Federn gerissen, und die Müdigkeit stand uns wortwörtlich ins Gesicht geschrieben. Herr Rösel betonte auch an diesem Morgen, dass wir nicht hier seien, um auszuschlafen.

In Folge des umfangreichen Frühstücks brachen wir zur privaten deutsch – palästinensischen, evangelisch – lutherischen,  koedukativen, interreligiösen Bildungs- und Begegnungsstätte Talitha Kumi auf, wie uns Zaki Issa, ein sympatischer, ehemaliger Deutschlehrer erläuterte. Der Name der Schule ist auf eine biblische Geschichte zurückzuführen, in der Jesus mit den Worten „Talitha Kumi“ (Mädchen, steh auf) ein bereits 3 Tage totes Mädchen ins Leben zurückrief. Voller Neugier betraten wir das mit 90 ha größte Schulgelände des nahen Ostens und sahen durch die Fenster einen Teil der 800 Gesamtschüler eifrig winken.  Bereits im dazugehörigen Kindergarten erlernen sowohl christliche als auch muslimische Kinder das deutsche Alphabet und werden somit auf den besonders gut ausgeprägten Sprachunterricht in Deutsch und Englisch vorbereitet. Das erleichtert das Unterrichten auf Deutsch in den verschiedenen Fächern sowie das Respektieren anderer Religionen. Dies zeigt sich besonders in den gemeinsamen morgendlichen Andachten. Die Finanzierung erfolgt nicht durch staatliche Gelder, sondern durch Spenden (u. a. BMW – BerlinerMissionsWerk). Nach seinem interessanten Bericht gingen wir auf den Schulhof und sangen dort die Jahreslosung ( „Ich will dem Durstigen geben“) für Zaki Issa und überreichten ihm eine CD der 40. Singwanderung und eine Spende.

Danach probten wir in der Erlöserkirche mit Herrn Göttsche an der Orgel, wobei ein Spiegel, fixiert mit Klebestreifen, zur Kommunikation zwischen Dirigent und Organist half. Auf dem Bazar wurden unser Selbstbewusstsein   und unsere Rechenkünste auf die Probe gestellt,  da viele Händler mit allen Mitteln versuchten, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Manche jüngere Chormitglieder hatten mehr Erfolg beim Feilschen als normalerweise knallharte Volljährige.

Trotz des  immer wiederkehrenden Verkehrschaos schaffte es unser geduldiger Busfahrer, uns schnell und sicher zum nächsten Ziel zu bringen, dem „Temple Mount Sifting Project“.

Nach einer spannenden Einführung in die Archäologie begaben wir uns selbst auf die Suche nach uralten Schätzen des Altertums. In kleinen Gruppen befreiten wir mögliche Kostbarkeiten vom Schlamm, indem wir  den Schutt auf einem Sieb wuschen.

Einige Chormitglieder fanden außergewöhnliche Beweise für das Leben der ersten und zweiten Tempelzeit, wie zum Beispiel Henkelansätze von verschiedenen Tongefäßen und sogar ein Spindelgewicht (found by Heinrich).

Nicht nur das Finden von wertvollen Schätzen zählt zu den Stärken des normalerweise singenden Choralchores, sondern auch das handwerkliche Geschick wurde beim Öffnen der Haupttür unserer Herberge ohne Klinke unter Beweis gestellt.

Von Sophia B., Sophia D, Caro und Stella